Die Nassrasur, die Kunst mit der Klinge den Bart abzunehmen.

Für viele ist die Nassrasur eine lästige Pflicht, die von Zeit zu Zeit erledigt werden muss, für andere ist es ein Genuss, sich den Bart abzunehmen.

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Nass rasieren

Die Nassrasur ist eine, seit vielen Hunderten von Jahren angewandte Methode, den Männerbart im Zaum zu halten. Doch es ist auch weitaus mehr, als einfach nur ein Teil der Männerpflege. Was hierzulande teilweise eine Pflicht ist, die erledigt wird, weil es eben dazugehört, ist in anderen Ländern Tradition, Entspannung und Genuss zugleich. Im Orient beispielsweise pflegen die Männer sich auch heute noch mit der Nassrasur auf ganz besondere Weise, denn für sie ist es ein Moment der Entspannung, dem Miteinander unter sich und der Zusammengehörigkeit. Zwar ist dies auch nit jeden Tag der Fall, da der Mann hier auswärts rasieren lässt, aber immerhin wissen die orientalischen Männer die Vorteile ihres Bartwuchses zu schätzen. In Dampfbädern wird die Nassrasur als Teil eines Entspannungsprogrammes angeboten und auch gerne angenommen.

Da wird gereinigt, eingepinselt und fachgerecht mit dem Rasiermesser geschert, was das Zeug hält. In Deutschland hingegen geschieht dies ganz alleine im Badezimmer und ganz ohne Wellness-Hintergrund. Im Grunde genommen ist aber genau dies ein Moment, an dem sich jeder Mann eine kleine Auszeit für sich selbst nehmen könnte und die Rasur an sich auch als genau das ansehen sollte. Man kann sich gedanklich auf den Tag vorbereiten, sich Zeit für sich selbst nehmen und ohne Stress, Hektik oder einen Pflichtgedanken dem Rasieren widmen.

So geht genießen beim Rasieren

Um das morgendliche Pflichtgefühl aus den Sinnen zu bekommen und die ganze Sache mit dem Rasieren ein wenig mehr aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, könnten schon kleine Veränderungen helfen. So ist es vielleicht hilfreich, sich den Rasierschaum selbst herzustellen. Dies wird mit Rasierseife oder Creme gemacht. Und zwar mit dem Rasierpinsel, der zuvor etwas eingeweicht wird. Diese Methode hat den Vorteil, dass ein Mann sich einerseits gedanklich vorbereiten kann, sich die Zeit und die Ruhe für den eigentlichen „Akt“ nimmt, andererseits ist es erwiesen, dass der selbst geschlagene Rasierschaum wesentlich qualitätsreicher ist. Statt herkömmlichem Nassrasierer könnte es jetzt auch das Rasiermesser sein, das mit geübten Griffen dem männlichen Gesicht seinen Feinschliff verleiht. Dieses „orientalische“, ursprüngliche Rasier-Ritual kann also ganz leicht zuhause eingeführt werden.  
Sicherlich, etwas mehr Zeit nimmt das Ritual „Rasieren“ schon ein. Nicht jeder Mann kann diese Zeit aufbringen, will es vielleicht auch gar nicht. Um hier mehr in den Genuss statt in die Pflicht zu kommen, kann das Nassrasieren auch langsam, Stück für Stück in den morgendlichen Alltag eingebaut werden. Angangs nur am Wochenende, unter der Woche vielleicht auch nicht so ausgiebig. Doch wer nass rasiert, egal ob mit aufgeschlagenem Schaum und Rasiermesser oder Rasiergel aus der Dose und Handrasierer, der wird sich frischer und gepflegt fühlen. Denn warmes Wasser, Reinigungspflege, die Rasur und die anschließende Feuchtigkeitspflege reinigen, erfrischen und beleben die Haut. Die Nassrasur soll ja ohnehin auch die gründlichste Rasur überhaupt sein.