Therapie aus der chinesischen Medizin

Akupunktur heißt wörtlich übersetzt "Nadelstechen". Lesen Sie Wissenswertes über diese Therapieform

Foto: nanettegrebe - Fotolia.com
Akupunktur

Akupunktur stammt aus der chinesischen Medizin und bedeutet wörtlich übersetzt eigentlich "Nadelstechen". Im Mittelpunkt dieser Therapieart steht immer die fließende Energie, die Wirkungen auf alle Lebensäußerungen hat. Die Energie fließt entlang der zwölf Energieleitbahnen, die Meridiane genannt werden. Jeder Meridian wird einem bestimmten Organsystem zugeordnet. Organe wie Leber und Galle stehen nicht im Zusammenhang mit der westlichen Organlehre, sondern werden als Funktionskreise bezeichnet. Die Akkupunkturpunkte bestehen seit Jahrhunderten und wurden nie verändert. Mit Stahl-, Gold- oder Silbernadeln soll das Ungleichgewicht der Energieleitbahnen ausgeglichen werden. Wann kann Akupunktur angewandt werden? Durch einen gestörten Energiefluss, der beispielsweise durch falsche Ernährung oder seelische Belastung entstehen kann, können diverse Schmerzzustände und Krankheiten auftreten. Der Energiefluss wird mit der Akupunktur wieder harmonisiert.

Therapie zur Schmerzlinderung

Oft wird die Therapie zur Schmerzlinderung eingesetzt. Wer oft Kopf- oder Zahnschmerzen, Probleme mit den Atemwegen oder aber Allergien hat, kann sich einer solchen Therapie unterziehen. Nicht angewandt werden darf die Akupunktur bei akuten psychiatrischen Krankheiten, lebensbedrohlichen Schwächezuständen und Gerinnungsstörungen. Bei Krebs- und Erbkrankheiten kann die Akupunktur teilweise zum Einsatz kommen.

Wie wird die Therapie durchgeführt?

Vor einer Behandlung wird eine Diagnose nach den traditionellen chinesischen Richtlinien gestellt. Die Diagnose wird sich nach den individuellen Befindlichkeiten richten. Der Patient soll stets entspannt sein und während der Therapie in einem ruhigen Raum liegen. Die Nadeln verweilen nach dem Einstechen etwa 20 Minuten im Körper. Im Bereich der Einstechstelle soll sich ein Druckgefühl oder eine leichte Elektrisierung entwickeln. Das wird dann als "De Qi Gefühl" bezeichnet. Während des Verweilens der Nadeln können diese manuell stimuliert werden. Eine solche Therapie bedarf in der Regel bis zu 12 Behandlungen. Diese werden binnen 5-7 Wochen abgehalten, wobei sich die Intervalle der einzelnen Sitzungen nach dem erreichten Energieausgleich richten. Nebenwirkungen und Risiken Wenn die Akupunktur richtig angewandt wird, sind fast keine Nebenwirkungen bekannt. Die Nadeln können die Haut röten, was jedoch schnell wieder vergeht. Es kann aber auch zu einer Infektion kommen, was das Hauptrisiko darstellt. Es besteht ein geringes Risiko, daß die Nadel ein größeres Blutgefäß verletzten könnte. Daher sollte man bei einer dauerhaften Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten keine Akupunktur durchführen lassen. Bei Schwangeren können Wehen ausgelöst werden. Stiche im Rücken und Bauch sollten vermieden werden. Nach einer Sitzung können bestehende Symptome verstärkt auftreten, was allerdings als bekanntes Phänomen angesehen wird. Die Akupunktur reguliert körperliche Symptome und psychische Störungen. Der Patient wird hier als Ganzheit betrachtet. Es kann vorkommen, daß nach Linderung der Beschwerden psychische Probleme auftreten, die bislang verdrängt und verborgen waren.

Akupunktur für Raucher und bei Migräne

Akupunktur gegen das Rauchen hilft vor allem dann, wenn die Entzugserscheinungen besonders groß sind. Durch eine solche Therapie haben es schon viele Raucher zum Nichtraucher geschafft. Die Motivation muß allerdings vom Patienten kommen, da die Akupunktur auch keine Wunderwaffe ist. Zum Vorbeugen von Migräne Attacken bewährte sich die Therapie ebenfalls schon viele Male. Sowohl die Häufigkeit als auch die Schmerzen können reduziert werden. Kosten Je nach Behandlungsdauer können die Kosten stark variieren. Je nach Aufwand wird man pro Sitzung etwa 30 bis 70 Euro bezahlen. In manchen Fällen werden die gesetzlichen Kassen für die Kosten teilweise oder komplett aufkommen. Wer eine private Zusatzversicherung abgeschlossen hat, kann eventuell spezielle Tarife geltend machen bzw. bekommt derjenige die Kosten erstattet. Sollte die Versicherung keine eindeutigen Regelungen festgelegt haben, sollte man sich zunächst mit der Gesellschaft in Kontakt setzen.