Medizinische Massage zur Wiederherstellung der Gesundheit

Um die Gesundheit nach einer Verletzung oder längerer Krankheit wieder herzustellen.

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Medizinische Massage

Massagen sind seit vielen Jahrhunderten auf der gesamten Welt verbreitet. In den verschiedenen Kulturen und im Laufe der Zeitepochen unterlagen diese einem steten Wandel, gerieten in Vergessenheit und wurden zum Teil wieder entdeckt.

So verhält es sich auch mit der medizinischen Massage. Die heute angewandten Methoden, gab es in den allermeisten Fällen schon vor langer Zeit, allerdings nicht in der Kombination mit der sie heute praktiziert werden.
Die klassische, medizinische Massage wurde im 19. Jahrhundert von dem Schweden Per Henrik Ling wieder entdeckt. Er erkannte, dass eine gezielt eingesetzte Massage, viele positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus hat. Im Laufe seines Berufslebens entwickelte er aus den verschiedensten alten Massage-Techniken die Kombination der medizinischen Massage wie sie uns heute bekannt ist. Aus diesem Grund wird die medizinische Massage auch als schwedische Massage bezeichnet.
Um eine solche Massage durchführen zu dürfen ist eine klassische Ausbildung zum medizinischen Masseur beziehungsweise Physiotherapeuten notwendig. In Deutschland ist dies ein Ausbildungsberuf mit einer Ausbildungsdauer von drei Jahre.

Wann wird die medizinische Massage angewandt?

Es gibt die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete für diese Art der Massage. Im Gegensatz zu den Massageformen, die zum großen Teil aus der ganzen Welt nach Europa geschwappt sind, steht bei der medizinischen Massage nicht der Wellness-Gedanke im Vordergrund, sondern die Wiederherstellung der Gesundheit zum Beispiel nach Verletzungen oder längerer Krankheit. Auch lassen sich auf diese Weise verschiedene Krankheiten behandeln, ohne das man auf die Erzeugnisse der Pharma-Industrie zurück greifen muss.

Die Palette der Anwendungsgebiete der medizinischen Massage ist außerordentlich groß. So kommt sie zum Beispiel zum Einsatz um nach Operationen das Narbengewebe von Verklebungen zu lösen. Auf diese Weise geht der Heilungsprozess wesentlich schneller vonstatten, als ohne Massageanwendungen.

Ein Anwendungsgebiet findet die medizinische Massage bei Schäden oder Störungen des Bewegungsapparates, speziell der Gelenke und der Wirbelsäule. Im letzteren Fall können auch sehr leicht Verklebungen der Wirbelkörper gelöst werden, die im Alltag für erhebliche Probleme sorgen können. Auch verschleißbedingte Rückenprobleme können so gelindert, wenn auch nicht dauerhaft behandelt werden.

Ein weiteres Anwendungsgebiet der medizinische Massage, ist die Wiederherstellung der Beweglichkeit der Gliedmaßen zum Beispiel nach Knochenbrüchen. Dies geschieht im Rahmen der so genannten Physiotherapie.
Aber auch Schmerzen im Allgemeinen und speziell Dauerkopfschmerz und Migräne lassen sich durch gezielt angewandte medizinische Massagen wirkungsvoll behandeln. Auch zur Stabilisierung beziehungsweise Aktivierung des vegetativen Nervensystems sind medizinische Massagen sehr wirkungsvoll. Auch Probleme mit dem Blutdruck, dem Herzschlag und der Verdauung, lassen sich diese Form der Massage lindern oder heilen.

Wie funktioniert eine medizinische Massage?

Grundsätzlich werden medizinische Massagen immer von einem Arzt zur Behandlung bestimmter Krankheiten verordnet.
Angewandt werden Techniken wie Streichen, Kneten, Klopfen, Dehnen und Reiben.

Um die Massage für den Patienten und den Masseur angenehmer zu gestalten, werden verschiedenste Gleitmittel eingesetzt. Diese Mittel dienen jedoch nicht allein dazu, den Reibungswiderstand zwischen der Haut des Patienten und den Händen des Masseurs zu vermindern, sondern sie können auch mit verschiedenen medizinischen Wirkstoffen angereichert sein, die den jeweiligen Zweck der Massage unterstützen sollen. In der Regel werden medizinischen Massagen in mehreren Sitzungen verordnet. In den allermeisten Fällen in Zehnerblöcken. Hat man die zehn Sitzungen hinter sich gebracht, überprüft der behandelnde Arzt den aktuellen Zustand und verordnet gegebenenfalls weitere Anwendungen.

Wie weiter oben in diesem Beitrag schon angeschnitten, steht der Wellness-Gedanke bei einer medizinischen Massage eher im Hintergrund, obwohl natürlich auch nach einer solchen Massage ein Erholungs- und Entspannungseffekt zu verspüren ist.

Die Massage an sich kann aber eher als unangenehm empfunden werden, da zum einen meist in Körperregionen massiert wird, die schon im Vorfeld Probleme bereitet haben und zum anderen weil viele der angewandten medizinischen Massagegriffe, schon in die Kategorie des kräftigen Zupackens gezählt werden können. Hinterher ist man meist müde und geschafft und sollte sich eine Ruhepause gönnen.

In den Bereich der medizinischen Massage gehören aber nicht nur reine Massageanwendungen, sondern auch solche Behandlungen wie Lymphdrainage, Hydrotherapie, Elektrotherapie oder Fango-Anwendungen, fallen in diesen Bereich.

In jüngerer Zeit kommen auch Massagearten zum Einsatz, die man eigentlich aus dem Wellnessbereich kennt. So kann zum Beispiel die originale Thaimassage bei der Linderung oder Heilung der verschiedensten Gebrechen sehr wirkungsvoll sein. Allerdings muss man zwischen einer Thai-Massage aus dem Wellnessbereich und einer medizinischen Anwendung unterscheiden. Letztere wird meist von einem Heilpraktiker durchgeführt. Bisher übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine solche Behandlung nur im Ausnahmefall und man muss diese meist selbst bezahlen.