Schröpfen, traditionelles Therapieverfahren seit tausend Jahren

Es gibt einige traditionelle alte Therapieverfahren, die aus der Alternativmedizin bekannt sind. Das Schröpfen gehört sicher dazu.

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Behandlung - Schröpfen

Das Schröpfen ist ein traditionelles Therapieverfahren, das von alters her auf der ganzen Welt bekannt war. Es hatte seine Anfänge schon vor tausenden Jahren, damals haben Menschen mit Steinmessern Verhärtungen an der Körperoberfläche eingeritzt und ausgesaugt. Das uns bekannte Schröpfen mit Schröpfköpfen wurde bereits in Mesopotamien, sowie im alten Griechenland, Ägypten und China betrieben. Damals führte man Beschwerden auf die falsche Mischung der Körpersäfte zurück, die durch die Anwendung dieser Methode wieder ausgeglichen werden sollten.

Das Schröpfen wirkt durch Unterdruck, der auf einem begrenzten Hautareal aufgebracht wird, und zählt zu den ausleitenden Verfahren in der Alternativmedizin. Obwohl es eigentlich ein alternatives Heilverfahren ist, wird mittlerweile auch oft in klassischen Massagestudios angeboten. Einige Masseure verwenden das Schröpfen auch zusätzlich zu oder während einer klassischen Heilmassage. Mittlerweile konnten schon einige wissenschaftliche Studien zeigen, dass es zur Behandlung von Schmerzen und anderen Störungen oder Beschwerden, eine hilfreiche Methode ist.

Unterdruck durch Schröpfgläser

Der bereits vorhin erwähnte Unterdruck wird mit Hilfe von so genannten Schröpfgläsern oder Schröpfköpfen erreicht. Diese Schröpfgläser werden direkt auf die Haut gesetzt. Der Unterdruck entsteht durch das Erhitzen der Luft im Schröpfkopf. Meist wird hierfür ein in Alkohol getauchter Wattebausch, ein Stück Baumwollstoff oder eine Flocke Watte angezündet. Alternativ kann der Unterdruck auch durch eine Absaugvorrichtung im Schröpfglas erzeugt werden. Letztere ist die Methode, die in vielen Studios, so auch bei meiner Masseurin, verwendet wird. Seit ungefähr zehn bis 15 Jahren, wird das Schröpfen ohne Glas zunehmend populär. Ermöglicht wurde dies durch Applikationen aus Silikon. Diese Applikationen erzeugen entweder durch Zusammendrücken und Aufsetzen oder durch eine Pumpe ein Vakuum über der Haut. Besonders wenn man eine Pumpe verwendet, bietet diese neueste Methode viele Vorteile. So kennt die Alternativmedizin mittlerweile Matten mit vielen Saugnäpfen oder auch flexible Applikationen, die nun auch an schwer zugänglichen Stellen des Körpers aufgesetzt werden können. Außerdem ist es durch die Elektromechanik möglich geworden, die Saugkraft individuell zu erhöhen und zu verringern.

Geschröpft wird an jenen Stellen, die beim Tasten so genannte Myogelosen, das sind Verhärtungen der Muskeln, aufweisen. Je nach Lage der Schröpfstellen soll ein inneres Organ beeinflusst werden. Die Zuordnung der Organe zu den Hautstellen ist durch die Head-Zonen bekannt – ähnlich wie bei einer Reflexzonen Massage, lassen die Hautstellen Rückschlüsse auf belastete innere Organe zu.
Wie man sich vorstellen kann, entsteht durch den Unterdruck beim Saugen ein Hämatom, also ein Bluterguss. Dieser führt uns gleich weiter zu den verschiedenen Formen des Schröpfens.
Es sind sowohl blutiges / nasses, als auch unblutiges / trockenes Schröpfen, sowie die Schröpfmassage bekannt.

Unterschiede in der Behandlung

Beim blutigen Schröpfen wird die Haut an der betroffenen Stelle angeritzt, erst danach wird an der gleichen Stelle das Schröpfglas angesetzt. Durch den Unterdruck wird das gestaute Blut heraus gezogen, was oft zur Behebung chronischer, und therapieresistenter Rückenschmerzen führen kann. Im Gegensatz zum trockenen Schröpfen, darf diese Methode nur in einer Arztpraxis durchgeführt werden.

Beim unblutigen, bzw. trockenen Schröpfen, wird das Schröpfglas auf unversehrte Hautstellen gesetzt.
Bei der Schröpfmassage (auch Schröpfkopf- oder Saugwellenmassage genannt) wird das Schröpfglas auf die unversehrte, eingeölte Hautgesetzt. Dann verschiebt man es. Diese Methode soll eine stärkere durchblutungsfördernde Wirkung haben, als sie eine klassische Massage verspricht.
Die Behandlung mit Unterdruck soll bei einer Vielzahl von Beschwerden hilfreich sein, so beispielsweise bei Rücken- und Kopfschmerzen, sowie Migräne, Bluthochdruck, Rheuma, Hexenschüssen, Depressionen, Müdigkeit und Schwächezuständen. Durch den vermuteten Zusammenhang der Hautstellen mit gewissen Organen, wird dem Schröpfen nachgesagt, auch bei Verdauungsproblemen, Nierenschwäche und anderen Organproblemen Abhilfe schaffen.

Die Behandlung ist nicht immer empfehlenswert

Zu beachten ist, dass man das trockene Schröpfen in keinem Fall während einer Schwangerschaft oder bei gereizter, bzw. verletzter Haut (Sonnenbrand, Wunden, Verbrennungen, Tumoren), anwenden sollte. Zusätzlich zu dem oben genannten, sollte das blutige Schröpfen bei Blutgerinnungsstörungen, Blutarmut oder während der weiblichen Menstruation angewendet werden.

Die Erfolge können wirklich beeindruckend sein, da der Körper bereits innerhalb der ersten Stunden nach der Anwendung darauf reagiert. Auch für den Heimgebrauch gibt es Schröpfköpfe-Sets, die vor allem als Gläser mit Gummipumpe sehr empfehlenswert sind. Bevor Sie mit der Behandlung beginnen, sollten Sie aber unbedingt Rat bei einem Arzt einholen, da es unerlässlich ist, die richtigen Setzpunkte zu kennen. Außerdem sollte zuerst ausgeschlossen werden, dass hinter Ihren Beschwerden ernsthafte andere Krankheiten stecken.