Behandlungen nach Ayurveda

Behandlungen nach Ayurveda: Viele früher als Therapie gedachte Anwendungen finden sich nun als Wellness Angebote

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Behandlungen nach Ayurveda

Die traditionelle indische Medizin bietet verschiedenste Behandlungsmöglichkeiten. Diese sind in Europa mehr oder weniger bekannt. Viele dieser ursprünglich als Therapie gedachten Anwendungen finden als Wellness-Angebote Anwendung.

Bei den Anwendungen im Ayurveda geht es um einen umfassenden Effekt. Nicht nur die Massagegriffe sind genau festgelegt, sondern auch Art und Temperatur des Öls. Es ist über Jahrhunderte hinweg umfassend erforscht worden, wie welcher Effekt am direktesten und wohltuendsten für den Patienten erzielt werden kann.

Massage und mehr

Hier nun ein kurzer Überblick über eine Auswahl von Ayurveda-Anwendungen, wie sie auch in Kurhotels in Europa anzutreffen sind.

Abyhanga:

Diese Ganzkörpermassage wird von zwei Masseuren synchron ausgeführt. Zur Anwendung kommen dabei Kräuteröle, die zum Konstitutionstyp des Massierten passen. Durch die synchrone Massage entsteht ein Gefühl tiefer Entspannung. Sie dient der Aktivierung des ganzen Körpers und vor allem des Stoffwechsels.

Anima (auch: Basti):

Diese Anwendung beschreibt Einläufe aus Kräutersuden, Ölen oder Zubereitungen aus Milch. Durch diese Einläufe wird der Verdauungstrakt und die Entgiftungsvorgänge im Körper angeregt. Da im Ayurveda die Verdauung als Initiator von Agni, dem Lebensfeuer, eine zentrale Rolle spielt, gehören regulierende Anwendungen ganz selbstverständlich zur Behandlung und sind weitaus weniger taburisiert, wie in Europa.

Kuti:

Diese aus Holz und Lehm gebaute Sauna findet vor allem in Sri Lanka Anwendung. In den Boden werden Kräuter eingemischt, deren ätherische Öle beim Saunabetrieb verdampfen und dem Patienten wohltuende Dämpfe entgegen strömen. Hierdurch wird die Atmung unterstützt und der Ausstoß von Schleim gefördert. So wird die Sauerstoffversorgung optimiert.

Nasya:

Bei dieser Anwendung finden Eingaben von Kräuterölen oder -suden in die Nase statt. Auf diese Weise werden die Stirnhöhlen gereinigt und die Atmungsorgane gereinigt.

Panchakarma:

Eine ein bis zwei wöchige Diät aus fettarmen Speisen. Es werden zusätzlich Kräutertees getrunken, die die Selbstreinigungskräfte im Körper aktivieren. Zusätzlich findet hier oft Pichu Anwendung. Hier werden Packungen aus Kräutern und Pasten auf die Gelenke aufgebracht, um den Abtransport von Schlacken und Ablagerungen zu fördern.

Shirodara:

Der etwa 20 Minuten dauernde Ölguss auf die Stirn dürfte eine der bekanntesten Anwendungen sein. In kontinuierlichem Strahl wird Öl, dass langsam erwärmt wird, über Stirn und Scheitel des Patienten gegossen. Dies soll die Durchblutung im Gehirn anregen und das Denken klären.

Blumenbad:

Ein kühles Bad in Blütenblättern und Blumenessenzen bildet den Abschluss einer Kur im Ayurveda. Auf diese Weise werden Körper und Geist des Patienten sanft ins Hier und Jetzt zurück gebracht. Das Ziel des Bades ist, dass der nun gestärkte Körper sich durch den angenehmen Eindruck die optimale Funktion merkt und dauerhaft fortsetzt.

Eine regelrechte Kur sollte von einem Arzt betreut werden, der die siebenjährige Ausbildung zum Arzt für Ayurveda in Indien durchlaufen hat.