Ursprung und Geschichte von Ayurveda

Seinen Ursprung hat das Ayurveda in der altindischen Hochkultur und wurde damit eines der bekanntesten der Welt

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Ursprung Ayurveda

Dieses Gesundheitssystem, dessen Name übersetzt „Lehre vom Leben“ heißt, ist eines der Bekanntesten der Welt. Seinen Ursprung hat es in der altindischen Hochkultur und die ältesten erhaltenen Schriften sind etwa dreitausend Jahre alt, doch gibt es Hinweise, dass diese Gesundheitslehre wesentlich älter ist und schon in megalithischer Zeit in Indien praktiziert wurde. Ayurveda ist benannt nach der philosophischen Schrift, in der das Wissen um die Gesundheit des ganzen Menschen niedergelegt wurde. Als Teil der Veden, also der Weisheiten des Hinduismus, hat diese Schrift auch große spirituelle Bedeutung.

Der Ursprung von Ayurveda als ganzheitliche Medizin ist in Sri Lanka zu finden. Dort wurde im fünften Jahrhundert vor Christus das erste Spital gegründet. Die ayurvedischen Ärzte aus dieser Zeit verfügten bereits über umfassende Kenntnisse über die menschliche Anatomie, Physiologie und Psychologie. Erfahrungen wurden sorgfältig aufgezeichnet und ständig weiter entwickelt. Aus dem dritten vorchristlichen Jahrhundert ist ein Edikt von König Ashoka überliefert, in dem der Bau von ayurvedischen Spitälern für Menschen und Tiere angeordnet wird. Weiterhin ordnet König Ashoka in diesem Edikt an, dass die ayurvedischen Heilkräuter angebaut oder importiert werden werden müssen, so dass sie den Spitälern in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Entwicklung und Wandel

Im Laufe der wechselvollen Geschichte Indiens wurde das Land mehrfach erobert. So nahmen fremde Mächte immer wieder Einfluss auf die Entwicklung von Ayurveda. Der wohl intensivste Eingriff erfolgte durch die englischen Kolonialherren die versuchten, die traditionelle indische Medizin zu verbieten. Der Grund dafür ist vermutlich in der Tatsache zu suchen, dass zu den ayurvedischen Methoden auch Magie und Zaubersprüche gehören, sowie Dämonenglaube und Opferrituale. Den christlichen Eroberern dürfte diese Ansicht sicher fremd und erschreckend vorgekommen sein, zudem in ihrem Verständnis derartiges Wissen wenn überhaupt dem Klerus vorbehalten war. Da es in der Kolonialgeschichte nicht nur um politische Unterwerfung sondern auch Christianisierung ging, war es naheliegend, eine der praktischen Umsetzungen der indischen Glaubenslehre zu verbieten. Da die Staatsstruktur Indiens aus vielen kleinen, souveränen Königreichen bestand, konnte ein flächendeckendes Verbot von Ayurveda jedoch nicht durchgesetzt werden.

Auch heute noch lassen sich geschätzte zwei Drittel der indischen Bevölkerung in traditioneller Weise medizinisch versorgen. Dieses ganzheitliche System aus Naturheilkunde, Psychologie, Physiologie und Aberglaube ist nach wie vor als medizinische Methode in Indien voll anerkannt.  Das ayurvedische Medizinstudium dauert in Indien sechs Jahre, nach Abschluss ist der Arzt mit seinem westlich-medizinischen Kollegen gleich gestellt, jedoch muss er in seinem Titel auf die Ausübung der traditionellen Heilkunst ausdrücklich hinweisen.