Downshifting für mehr Lebensqualität

Downshifting heißt der neue Trend zur Entschleunigung des Alltags in unserer schnelllebigen Zeit für mehr Lebensqualität.

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Downshifting gegen Burnout

Der Job, den man sich immer gewünscht hat und nun auch noch die Beförderung mit mehr Gehalt, dazu das neue Firmenauto, das privat auch genutzt werden kann. Eigentlich ist man am Ziel angekommen. Dennoch stellt sich keine Zufriedenheit ein, man ist rastlos, schläft schlecht und stellt sich zunehmend die Sinnfrage. Immer mehr Menschen stecken plötzlich in dieser Situation und machen sich Gedanken darüber weniger zu arbeiten und mehr Freizeit zu haben. Der Job wird gewechselt, es wird eine Auszeit genommen, viele arbeiten nur mehr Teilzeit und widmen sich dafür den Dingen, welche sie schon immer machen wollten, Reisen, Wandern, Eine neue Ausbildung, Soziales Engagement, uvm.

Nicht Aussteigen, sondern nur reduzueren

Downshifting heißt das Phänomen, das mehr und mehr Verbreitung findet. Viele Stressgeplagt verzichten auf Ihr sicheres Einkommen und geben den gut bezahlten Job auf, um nicht zu verbrennen. Dabei geht es aber nicht darum auszusteigen, sondern wer sich für diesen Weg entscheidet, der leistet trotzdem seinen gesellschaftlichen Beitrag, aber etwas weniger. Die Prioritäten haben sich verschoben. Nicht die Arbeit ist zentraler Lebensinhalt, sondern es wird mehr Wert auf ein Gleichgewicht gelegt. Das ist durchaus auf viele Arten möglich. Downshifting kann man durchführen, indem man bewusst auf eine Beförderung verzichtet, oder die Arbeitszeit reduziert, oder indem man für einige Zeit einen Weiterbildungsurlaub macht. Viele machen sich in dieser Situation auch selbstständig. Es ist ihnen bewusst, dass sie in der nächsten Zeit zwar weniger Einkommen haben werden, aber eben mehr gestalterische Möglichkeiten, mehr freie Entscheidung. Sie können arbeiten wann und wo sie wollen und können ihr Leben dadurch mehr genießen.

Das Leben neu ordnen für mehr Lebensqualität

Viele möchten in dieser Situation ihr Leben neu ordnen und denken über einen Neuanfang nach. Nicht der Konsum soll weiter im Vordergrund stehen. Die Menschen sehen keinen Sinn mehr darin, noch eine teure Armbanduhr zu kaufen, den nächsten Platinbesetzten Füller und luxuriösen Schmuck daheim zu horten. Sie möchten sich auf das Leben selbst besinnen, es genießen. Sie wollen auch mal ausschlafen können, den Tag damit zu verbringen, ein gutes Buch zu lesen, oder anderen zu helfen. Das damit auch ein Verzicht, vor allem auf Geld, verbunden ist, ist allen klar. Aber genau das wird bewusst in Kauf genommen. Dafür können Sie wieder ruhig schlafen, haben keine Magenschmerzen mehr und stehen in der Früh nicht mit Sorgen bereits auf.
Wie aber macht man nun richtiges Downshifting? Wer als Angestellter kürzertreten möchte, braucht die Unterstützung des Chefs. Reden Sie mit ihm. Erklären Sie ihm die Sachlage. Machen Sie ihm klar, dass Sie ihr Bestes für das Unternehmen tun möchten, dass Sie das aber nur können, wenn Sie gesund bleiben und nicht ausbrennen. Versuchen Sie mit ihm eine Einigung zu erzielen, um weniger Stunden zu arbeiten. Wer selbstständig ist, muss sich überlegen, was er delegieren kann, wem er vertrauen kann und wie er sich aus dem Tagesgeschäft etwas herausnehmen kann, ohne das Geschäft darunter leiden zu lassen. Schaffen Sie sich Ruhepausen, schaffen Sie sich Zeiten, in denen Sie nicht erreichbar sein müssen. Und gestalten Sie Ihren Arbeitsalltag so, dass nicht jeder davon ausgehen kann, dass Sie seine E-Mail in der nächsten Sekunde beantworten werden.