Badestube oder Badehaus

Sie waren der Vorläufer der öffentlichen Sauna und dienten in den Städten ab dem 17.Jahrhundert der Körperreinigung.

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Badestube - Badehaus

Fragen sie Ihre Großeltern. Diese werden die Badestube oder auch Badehaus genannt, teilweise noch kennen. Es begann zwar schon ab dem 17.ten Jahrhundert, daß in den Städten öffentliche Badeeinrichtungen betrieben wurden, aber diese Badestuben hielten sich in manchen Städten relativ lange.

Anfangs war die Badestube nicht nur eine Saunaähnliche Einrichtung, die zur Körperpflege betrieben wurde, sondern auch auch eine kleine Heilstätte, in der die sogenannten Bader (welche die Badestube betrieben) auch kleinere Operationen (Zähne versorgen, usw.) oder auch Rasieren und das bekannte Schröpfen betrieben. Letzteres war auch der Grund, weshalb viele dieser Badestuben aus hygenischen Gründen wieder geschlossen wurden.

Eine Zeitlang waren Badehäuser nur in Polen, Russland, Litauen und Skandinavien verbreitet. In Mitteleuropa fand man nur sehr wenige. Im 19. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurden wieder viele Badehäuser als Maßnahme zur Wahrung der Hygiene in Großstädten gegründet. Diese hatten den Namen Volksbäder. Gerade Mediziner setzen sich dafür ein und es entwickelte sich bei den Leuten ein Umdenken in Hinblick auf Hygiene.

Es wurden von den Gemeinde aber auch von den „hohen Herrschaften“ Regeln zur Benützung dieser Badeanstalten erlassen, um ein „züchtiges Verhalten“ zu wahren. Dennoch gab es zuweilen auch als Badestube getarnete Bordelle.

Das erste deutschte Volksbad in Hanburg beispielsweise verfügte über 65 Badewannen und 56 Waschständen zum Wäschewaschen. Es wurde mittels Spenden und dem Verkauf von Aktien finanziert.

Volksbrausebäder

Später entwickelten sich daraus auch noch die Volksbrausebäder, die in „Meyers Konversationslexikon von 1888“ in einem langen Abschnitt als besondere Neuerung gewürdigt wurden.
In Wien wurde das erste Volksbad 1804 geschaffen, das sogenannten Dianabad. Es verfügte 1842 über 104 Kabinen. 1884 wurde das erste Tröpferlbard in Wien errichtet, es war ein sogenanntes Volksbrausebad, verfügte über keine Wannen, sondern nur über Duschen und zwar 42 für Männer und 28 für Frauen.

Tröpferlbad

Der Name Tröpferlbad entwickelte sich durch den Umstand, dass bei starker Nutzung des Bades, das Wasser bzw. der Wasserdruck knapp wurde und es aus den Duschen nur mehr tröpfelte.

Ein Bad bzw. eine Badewanne (mit dem heissen Wasser) war für die meisten Leute, die ja einfache Arbeiter waren, unerschwinglich. Dager gingen die Leute in die öffentliche Badestube und konnten dort gegen Entrichtung einer kleinen Gebühr Baden, Duschen und teilweise auch Saunieren. Das wurde sehr gerne vor dem Wochenende in Anspruch genommen, aber auch Samstag Abend war ein beliebter Badetag. Die Badewannen standen dabei teilweise in Kabinen, die man benutzen konnte, während in einer größeren "Kammer" ein Ofen stand. In dieser Kammer gab es heißes Wasser und kaltes Wasser zur freien Verwendung und Bänke auf unterschiedlichen Höhen, die das "Schwitzen förderten". Dies kommt dem heutigen Saunagänger sicher bekannt vor.

Einige dieser Volksbäder hielten sich lange Zeit, so sind auch heute noch (Stand 2017) einige dieser Badehäuser zu finden (Beispiel Tröpferlbad in Wien). Die meisten erhaltenen Volksbäder sind aber aufwendig restaurierte Schwimmhallen. Der eigentlichen Zweck, des kostengünstigen Badens verloren diese Badestuben, da die Badewanne zu Hause zum Standard wurde und den öffentlichen Betreibern das Geld für den Betrieb der Badehäuser ausging.

Zusammengefasst kann man sagen, dass unter dem Begriff Badestube oder Badehaus unterschiedlichste öffentliche Einrichtungen fallen, die dem Zwecke der körperlichen Hygiene dienten und dass man diese als Vorläufer der öffentlcihen Sauna sehen kann.