Mit Radsport fit werden und wohl fühlen

Das Fahrrad ist nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern auch Sportgerät. Mehr Fitness durch Fahrrad fahren.

Der Radsport ist unbestritten ein schöner Sport. Wir möchten im folgenden Artikelaufzeigen, worauf es ankommt, wo man Fehler begehen kann und welche der vielen Raddisziplinen für unsere Zwecke (abnehmen und fit werden/bleiben), am besten geeignet sind.
 

Welches Fahrrad ist das richtige für mich?

Diese Frage stellt sich spätestens dann, wenn Sie ein Fahrradgeschäft betreten. Die Auswahl ist einfach riesig. Vom guten, alten Waffenrad bis zur hoch gezüchteten Sportmaschine ist alles vertreten.
Aber es gibt auch eine gute Nachricht! Vielleicht müssen Sie überhaupt nicht in ein Fahrradgeschäft und Ihr altes Rad aus dem Keller tut es auch noch. Bringen Sie es doch einfach ins nächste Fachgeschäft und lassen Sie es auf seine Verkehrs- und Sportsicherheit testen. Oft kann mit einem geringen finanziellem Aufwand das Rad wieder gebrauchsfähig gemacht werden, auch wenn es bereits einige Jahre eingestaubt ist.

Falls Sie sich jedoch für ein neues Rad entscheiden, haben Sie die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Radtypen.

  • das normale Stadt-Fahrrad mit allen seinen Erscheinungsformendas
  • Mountainbike ebenfalls in verschiedenen Varianten
  • das Rennrad


Welches der Räder für Sie grundsätzlich in Betracht kommt, hängt davon ab was Sie mit dem Rad vorhaben. Wenn das Rad gleichzeitig alltagstauglich und sportgeeignet sein soll, ist das Citybike die erste Wahl. Es gibt auch Hybriden die schon in Richtung Mountainbike tendieren. Mit diesen kommt man sowohl in leichtem Gelände als auch in der Stadt bestens zurecht. Auch zum Einkaufen oder für den Weg zur Arbeit sind diese Räder bestens geeignet.

Mountainbikes

Das Mountainbike stellt ein reines Sportgerät dar, das aber auch im Alltag gut genutzt werden kann. Bei Mountainbikes unterschiedet man grundsätzlich in drei Gruppen, die aber noch mal unterteilt sind.

  • Bikes mit Starrahmen ohne Federung
  • Fahrräder mit Hinterradfederung oder mit Vorderradfederung
  • Räder mit Vollfederung


Eine der oben erwähnten Unterteilungen wäre ein vollgefedertes Rad für Downhill.
Wir wollen Ihnen kurz die Vor- und Nachteile der einzelnen Radtypen aufzeigen, so dass Sie dem Verkäufer im Laden schon ziemlich genau sagen können, was Sie wünschen.

Ohne Federung

Der Kontakt zum Untergrund ist viel direkter und Unebenheiten kann man meist gut mit Armen und Beinen wegfedern. Wenn dies nicht mehr funktioniert, versagt in der Regel auch die beste Federung. Diese Räder sind im allgemeinen auch viel günstiger als ihre gefederten Artgenossen. Außerdem, je weniger am Rad dran ist, um so weniger kann kaputt gehen, ihr Geldbeutel wird es Ihnen bei der nächsten Wartung danken.

Räder mit Hinterradfederung oder mit Vorderradfederung

Eine Hinterradfederung ist in vielerlei Hinsicht praktisch. Zum einen erhöht Sie den Fahrkomfort erheblich, besonders im Gelände und zum anderen ist sie wirklich ein gutes Hilfsmittel bei Sprüngen. Die Beine werden erheblich entlastet. Nachteilig ist, dass ungeübte Fahrer die Federung auch gerne mal missbrauchen und gnadenlos und ohne Körpereinsatz über Bordsteinkanten heizen. Das nimmt das Material irgendwann sehr übel und teure Reparaturen werden fällig. Ähnliches gilt auch für die Vorderradfederung.

Räder mit Vollfederung

Diese Sorte Fahrräder stellen von dem Gesichtspunkt des Fahrkomforts die beste Wahl dar. Allerdings sind sie nichts für ungeübte Fahrer und als reine Sportgeräte zu sehen.
Versuchen Sie eine Vollbremsung aus 50 Km/h wenn dabei noch die Vordergabel in die Knie geht. Das Gefühl dafür muss man sich lange erarbeiten auch die Körperarbeit auf dem Fahrrad in einer solchen Situation. Allerdings gibt es in schwerem Gelände nichts besseres.
Doch tasten Sie sich sehr langsam an solche Stellen heran. Am besten man beginnt mit einem Schotterweg.

Insgesamt ist dem Mountainbike der Vorzug zu geben, wenn man eine neues Rad anschaffen möchte. Es ist am vielseitigsten einsetzbar und sowohl Sportgerät als auch alltagstauglich.

Das Rennrad ist ein reines Sportgerät mit nur bedingter Alltagstauglichkeit. Man nimmt auf diesem Rad teilweise sehr extreme Körperhaltungen ein. Außerdem ist die Lenkung viel leichtgängiger und windanfälliger. Dies sorgt bei ungeübten Leuten dafür, dass Sie das Rennrad  nicht mehr so beherrschen, wie Sie es sollten. Ein Rennrad eignet sich hervorragend für asphaltierte Wege aber nur sehr bedingt fürs Gelände. Selbst ein Schotterweg, kann ein Hindernis darstellen. Wenn Sie mit hohen Geschwindigkeiten auf guten Straßen fahren wollen, ist das Rennrad die erste Wahl für Sie.

Kaufen Sie nicht das vermeintliche Schnäppchen, wer billig kauft, kauft teuer!

Beim Radkauf ist es wie mit allen Dingen im Leben: „Man bekommt, was man bezahlt“

Auch wenn das glitzernde neue Rad nur 120 Euro kostet und sogar Scheibenbremsen hat, lassen Sie es stehen. Wenn man die Produktions- und Handelskette mit Ihren Verdienstmargen mal durchrechnet, kann das Rad in der Produktion nicht mehr 30 oder 40 Euro gekostet haben. Was soll man dafür bauen? Das Rad kann nur Schrott sein. Lebensgefährlicher Schrott!

Männer ab 40

Hier noch ein Hinweis für die Herren, die die 40 bereits überschritten haben. Wir gehören zur größten Risikogruppe was Unfälle anbelangt. Zum einen lassen die körperlichen Fähigkeiten in diesem Alter schon ganz schön nach und zweitens haben viele von uns seit Jahren keinen Sport getrieben und sind meist auch mit einem schönen Waschbär-Bauch ausgestattet. Jetzt wird nach Jahren das Fahrrad aus der Garage geschoben und es geht auf Abfahrten, als wenn man noch 20 wäre. Das geht sehr oft schief, wie auch die Statistik belegt....

Helm oder nicht

Die Frage stellt sich in der Realität überhaupt nicht.
NIE OHNE HELM!!!!

Die meisten Radunfälle passieren indem Radfahrer von der Seite umgefahren werden. Bei solchen Unfällen knallt der Kopf durch den Peitscheneffekt mit voller Wucht auf die Straße.
Ohne Helm überlebt man so etwas oft nur mit Folgeschäden. Achten Sie beim Helmkauf auf sehr gute Passgenauigkeit! Einen Helm der drückt oder wackelt, trägt man nicht.
Wichtig ist noch ein Insektenschutz an den Lüftungsschlitzen. Wer jemals eine wütende Wespe unter dem Helm hatte, weiß wovon wir reden.

Gute Sichtbarkeit auf dem Rad ist oberste Pflicht! Achten Sie auf Signalfarben und Reflektoren an der Kleidung. In der Dämmerung, meist die Zeit nach Feierabend an der man auch trainiert, verschwindet ein falsch gekleideter Radfahrer am Straßenrand fast vollständig. Ebenso gehören Anstecklichter immer in den Rucksack.

Das erste Training

Jetzt kommt der Tag an dem Sie das erste Mal mit Ihrem Rad zum ersten Training aufbrechen wollen. Doch womit beginnen? Die Crossstrecke hinten im Wald? Die 100 Km-Runde? Oder lieber doch, die steile Abfahrt auf der die jungen Leute Kopf und Kragen riskieren? Wir sagen Ihnen, keines von allen.

Sie müssen sich erst einige Fähigkeiten aneignen zu denen als wichtigste Kondition und Ausdauer gehören. Suchen Sie sich also eine ruhige Runde, die rund um Ihren Wohnort führt aus. Idealer Weise planen Sie die Strecke so, dass Sie jederzeit abkürzen können, falls Ihnen die Puste ausgeht. Fahren Sie diese Runde drei Mal in der Woche für 4 Wochen. Die Länge der Runde bestimmen Sie und Ihre Leistungsfähigkeit. Aber hetzen Sie nicht um die Runde, als wenn der Leibhaftige hinter Ihnen her wäre!
Ziel ist es, sich 90 Minuten am Stück in moderater Anstrengung zu bewegen. Das bedeutet im Klartext:

„Ja Sie sollen schwitzen, aber Sie müssen immer drei zusammenhängende Sätze sprechen können ohne Probleme mit der Luft zu bekommen.“

Jede Form der Unter- oder Überforderung nutzt nichts oder kann Ihnen schwer schaden.
Wenn Sie am Anfang weniger schaffen, macht das überhaupt nichts. Machen Sie was Sie können, nach oben beschriebener Vorgehensweise und der Rest kommt von selbst.
Nur lassen Sie es ruhig angehen! Es interessiert nicht im Geringsten wie viele Kilometer Sie gefahren sind, sondern nur darum sich für 90 Minuten anzustrengen. Dieser Zeitraum ist ideal um Abzunehmen und Stress abzubauen.