Saunaweltmeister, Saunieren für Profis

Gibt es auch in der Sauna einen Weltmeister? Ja, bei der Sauna-Weltmeisterschaft

Gibt es wirklich einen Saunaweltmeister? Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Es gab in Finnland ab dem Jahr 1999 in der südfinnischen Stadt Heinola alljährlich eine Sauna-Weltmeisterschaft, bei der im K.O. System ermittelt wurde, wer es am längsten in der heißen Sauna aushält.

Sauna-Weltmeisterschaft in Finnland

Diese Weltmeisterschaft im Saunieren war ein bekanntes und beliebtes Event, welches immer im August veranstaltet wurde und 2 Tage dauerte. Wie beliebt die Saunaweltmeisterschaft war, lässt sich erahnen, wenn man die Besucherzahlen betrachtet. So kamen durchaus ca. 2000 Zuschauer zu diesen Meisterschaften.

Es gab ein strenges Regelwerk, die Teilnehmer mussten ein ärztliches Attest mitbringen und auch der Genuß von Alkohol war während des Bewerbs strengstens untersagt. Sauniert wurde in Schwimmbekleidung und in aufrechter Sitzposition. Die Ellenbogen mussten oberhalb der Knie bleiben und in dieser Haltung musste den heissen Temperaturen getrotzt werden.

Und wenn wir heiß schreiben, dann meinen wir in diesem Fall auch richtig heiß. Die Saunakammer wurde bei dieser Meisterschaft auf 110 Grad Celsius aufgeheizt. Doch damit nicht genug. Alle 30 Sekunden erfolgt ein automatischer Aufguss mit einem halben Liter Wasser.

Der Saunaweltmeister musste als letzter und ohne fremde Hilfe die Saunakammer verlassen.

In diesem Klima saßen nun alle Teilnehmer und versuchten diese Qual länger als alle anderen auszuhalten. Und Qual ist nicht nur dahingesagt. Durch die ständigen Aufgüsse und die dadurch entstehende hohe Luftfeuchtigkeit, kann die Haut sich nicht mehr abkühlen, indem Sie Wasser verdunstet. Auch in den Lungen sticht die heiße Luft.

Die Teilnehmer durften dabei ihre Sitzposition nicht verändern und auch die anderen Teilnehmer nicht berühren. Auch den Schweiß durften sich die Teilnehmer nicht abwischen. Durch regelmäßige Handzeichen signalisierten sie einem vor der Saunakammer wartenden Arzt Ihr "Wohlbefinden" und Sieger war, wie erwähnt derjenige, der sich aus eigener Kraft als letzter aus der Saunakabine bewegen konnte. Es verwundert nicht, das die Sauna-Weltmeister-Kandidaten diese Tortur nur knapp etwas über 15 Minuten aushielten.

Allerdings wurden bei der Meisterschaft 2008 bereits Aufenthaltszeiten von über 18 Minuten erreicht und daraufhin die Saunakabine verkleinert und die Leistung der Saunaöfen stark vergrößert.

2010 passiert dann der Unfall bei diesen Meisterschaften, bei dem einer der Teilnhemer (Wladimir Ladyschenski aus Russland) zusammenbrach und verstarb. Später stellte sich heraus, dass er mit Schmerzmittel gedopt war. Ein zweiter Finalist brach bei dieser Meisterschaft ebenfalls zusammen und erlitt bleibende Schäden, wie bspw. irreparable Verbrennungen.

Man entschloss sich die Sauna Weltmeisterschaften einzustellen und nicht mehr durchzuführen.

Sauna-Weltmeisterschaft in Österreich

Es werden mittlerweile wieder Sauna Weltmeisterschaften durchgeführt, so beispielsweise in Österreich in Bad Hofgastein. Es wird mit verändertem Regelwerk gearbeitet und es wird bewertet, wer den besten Aufguss und die beste Show beim Aufguss hat. Die Zuschauer dürfen mitentscheiden und Ihre Stimme einem Kandidaten geben, außerdem gibt es eine Fachjury.

Diese Weltmeisterschaften haben aber nichts mehr mit den ursprünglichen Meisterschaften im Saunieren in Finnland gemein. Es gibt daher zwar einen aktuellen Saunaweltmeister, aber nicht mehr im Dauersaunieren, sondern im Aufgießen.