Chinesische Massage - Tuina, Teil der chinesischen Medizin

Bei der chinesischen Massage geht es hart aber herzlich zu. Massiert iwrd mit Händen, Faust, Ellenbogen und Knien

Tuina (auch Tui Na oder Tui-Na) ist ein Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Obwohl der Begriff Traditionell nur im Westen verwandt wird. In China heißt es nur chinesische Medizin. Diese Art der Behandlung von Krankheiten ist seit dem 1. Jahrhundert vor Christus in China nachgewiesen, aber im gesamten ostasiatischen Raum verbreitet. Überwiegend in Japan, Korea und Vietnam. Bedingt durch die große Verbreitung, entwickelten sich in den einzelnen Ländern jeweils eigene Stile. Im Westen besonders bekannt, ist die japanische Kampo-Medizin.

Der Begriff Tui Na setzt sich aus zwei chinesischen Wörtern zusammen und bedeutet in etwa so viel wie greifen, drücken, schieben und ziehen.

Laut chinesischer Lehre, wird der menschliche Körper von Energie-Bändern durchzogen. Genannt Qi und Xue. Durch die Anwendung der chinesischen Massage, werden diese Energiebänder reguliert und auf diese Weise Blockaden der Energiebahnen gelöst, damit die Energie wieder frei fließen kann. Tui-Na dient auch zum Abbau von negativem Stress und den daraus resultierenden Problemen, die weiter unten in diesem Beitrag noch zur Sprache kommen werden.
Es gibt noch die Sonderform der Tui Na zu Wellness-Zwecken, welche in China etwa seit dem 7. Jahrhundert bekannt ist. Ebenfalls sehr weit verbreitet ist eine spezielle chinesische Massage, die im Besonderen auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt ist.

Welche Techniken werden bei der chinesischen Massage eingesetzt?

Grundsätzlich kann man sagen, dass es bei der chinesischen Massage hart aber herzlich zugeht. Die Massage selbst wird mit den Händen, der Faust, den Ellenbogen und den Knien durchgeführt. Tui-Na hat während der eigentlichen Massage nur wenig entspannende Elemente, doch dies ist auch nicht der Zweck der chinesischen Massage. Die angenehmen Seiten von Tui Na kommen erst im Anschluss an die Massage zum tragen, nämlich dann, wenn Schmerzen und Beschwerden verschwinden. Aus diesem Grund kann man Tui Na auch im weitesten Sinne mit der im Westen bekannte Sport-Massage vergleichen.
Während der Massage werden die Muskeln und Bänder gedehnt und es kommen Mobilisationstechniken für die Gelenke hinzu. Aus diesem Grund ist die chinesische Massage auch besonders für ältere Menschen geeignet, welche häufig unter sich versteifenden Gelenken leiden.

Es wird aber auch auf die aktive Mitarbeit des Patienten gesetzt. So zum Beispiel durch isometrische Übungen. Hierbei drückt man mit aller Kraft gegen einen unüberwindlichen Gegenstand. Beispielsweise eine Wand oder einen Türrahmen. Ebenfalls aktive Teilbereiche der chinesischen Massage sind Taijiquan und Qigong.

Alles in Allem gibt es 40 Grundgriffe für die Massage, die nochmals in etwa 300 einzelne Griffe untergliedert sind.
Zusätzlich werden Akupressurpunkte und auch Reflexzonen bearbeitet. Ein Teilbereich des Letzteren ist im Westen auch unter dem Namen Fußreflexzonen-Massage bekannt.

Besonders wenn es sich um starke Beschwerden handelt, kann Tui Na während der Behandlung durchaus schmerzhaft sein, doch im Nachhinein stellt sich in den allermeisten Fällen eine starke Besserung der Symptome ein oder diese verschwinden vollständig.

Im Nachgang einer Massage ist eine Patientenbefragung üblich, um Behandlungserfolge fest zu stellen oder die Therapie gegebenenfalls anzupassen.
Ebenso wird empfohlen nach dem Erhalt einer chinesischen Massage ein gewisse Ruhezeit einzulegen um sich von der ziemlich anstrengenden Massage erholen zu können.

Sonderform Kinder Tui-Na

Da Kinder, bedingt durch ihr Wachstum, eine andere physiologischen Beschaffenheit aufweisen, kommt bei ihnen eine spezielle Form der chinesischen Massage zur Anwendung.

Zum Einen verfügen Kinder zum Teil über andere Akupressur-Punkte als Erwachsene und zum Anderen geht man davon aus, dass sich der Wachstumsprozess von Kindern in zehn Zyklen á 32 Tage vollzieht. Innerhalb dieser Zyklen kann zu Störungen kommen, die behandlungsbedürftig sind.
Insgesamt wird Kinder Tui Na wesentlich sanfter ausgeführt als die chinesische Massage bei Erwachsenen. Des Weiteren gibt es beim Kinder-Tui-Na 200 spezielle Akupressurpunkte. Eine weitere Besonderheit ist, dass viel mehr Augenmerk auf die Akupressurpunkte der Hände gelegt wird.

Gegen welche Beschwerden hilft die chinesische Massage?

Die Bandbreite behandlungsfähigen Beschwerden durch Tuina ist sehr groß. Hierzu zählen Migräne, Asthma, Gastritis, Verstopfungen, Probleme des Bewegungsapparates, Hyperaktivität bei Kindern, Schlafstörungen und Erkrankungen der Augen.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die chinesische Massage eine sehr wirkungsvolle, wenn auch nicht immer angenehme Methode ist, um diverse Krankheiten und Beschwerden zu behandeln. Doch auch im Westen weiß man, dass die bitteren Pillen am besten helfen.