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Hamam, was sollte ich wissen

Als Hamam wird ein türkisches oder arabisches Bad bezeichnet.

Das Hamam oder Hammam hat seinen Ursprung im orientalischen Raum. Über die Jahrtausende hat sich die Kultur des türkischen Dampfbades weiterentwickelt. In allen Regionen dient das Hamam als Reinigungsritual. In der orientalischen Kultur ist das Hamam zugleich alltäglicher Begegnungsort und Treffpunkt zur Entspannung. Dort werden auch Geschäfte gemacht und Reinigungsrituale vor wichtigen Anlässen und Festen zelebriert.

Das Hamam ist eine Art Dampfbad, bei dem sich im Zentrum eine Liegefläche befindet (Der Nabelstein).  Bei den Räumen wird zwischen einem Kaltluftraum, Warmluftraum oder einem Heißluftraum unterschieden, d.h. es gibt mehrere Temperaturzonen. Im Heißluftraum beträgt die Temperatur ca. 40 bis 50° Celsius.

Was ist ein Hamam?

Hamam ist die Bezeichnung für ein türkisches oder orientalisches Dampfbad. Das aus dem Arabischen stammende Wort bedeutet "Wärmen". Während einer langen Badezeremonie mit vielen warmen Wassergüssen und Dampfbädern bei circa 45 Grad werden mit einem rauen Peeling-Waschhandschuh (Kese) aus Ziegenhaar Hautschuppen und -ablagerungen entfernt. Diese entspannende Seifenschaummassage (Sabunlama) ist der Höhepunkt eines Hamambesuchs. Mit jeder zerplatzten Schaumblase soll sich auch eine Sorge in Nichts auflösen. Ein Hamambesuch soll Körper, Geist und Seele reinigen.

Das Hamam gilt im Vergleich zur Sauna als schonender und gesünder für Herz und Kreis­lauf. Das warme Wasser bei den Waschungen macht den Körper sehr müde, sodass man beinahe einschlafen könnte. Aus dem "Schlaf" wird man am Ende der Zeremonie durch kühlere Güsse geweckt. Auch beim Hamam werden die Gefäße durch den Wechsel zwischen warm und kalt trainiert. Dieses Training ist jedoch behutsamer als bei der Sauna.

Zum Liegen und Entspannen gibt es im Hamam ein von unten beheiztes Steinpodest ("Göbek tasi). Hier kann man den Körper richtig durchwärmen. In den unterschiedlich warmen Räumen des Hamams ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, wodurch die Hautporen geöffnet werden. In manchen Hamams befindet sich auch noch ein Badebecken. Als letzten Raum betritt der Gast den Ruheraum (Camekan), in dem er sich langsam abkühlen kann.

Hamams waren schon immer auch Begegnungsstätten und sind nur selten Orte der Stille. Traditionell gehen Freunde und Verwandte gerne zusammen ins Hamam, um zu plaudern und zu entspannen.

Im Hamam bleiben Männer und Frauen unter sich. Manche Hamams stehen auch nur Männern oder Frauen offen. Oft gibt es auch wechselnde Öffnungs­zeiten für beide Geschlechter. Die Wasch- und Badezeremonien werden bei Frauen durch die Natir (Badefrau) und bei Männern durch den Tellak (Hamam-Meister) durchgeführt.

Ablauf der Badezeremonie im Hamam

In einem traditionellen türkischen Hamam sieht der Ablauf der Badezeremonie so aus:

  • Zunächst badest oder duschst du mit klarem Wasser ohne Seife, um deinen Körper zu reinigen
  • Darauf folgt ein Dampfbad bei einer Temperatur von etwa 45 Grad. Die Muskeln entspannen sich und die Hautporen öffnen sich in der Wärme. So wird die beste Voraussetzung für das später folgende Peeling geschaffen. Mit dieser Vorbereitung kann das Peeling intensiver wirken.
  • Nach etwa 10 bis 15 Minuten im Dampfbad lässt du lauwarmes Wasser über deinen Körper fließen und seifst dich ein.
  • Es folgt ein weiterer Gang ins Dampfbad.
  • Anschließend legst du dich auf eine angewärmte Steinplatte. Bei Frauen wäscht die Natir (Badefrau) und bei Männern der Tellak (ein männ­licher Hamam-Meister) mit einem rauen Waschhandschuh den Körper. Durch eine spezielle Massagetechnik werden Hautschuppen und Hautunreinheiten entfernt, wodurch die Haut kräftig durchblutet wird. Nach der Behandlung wirkt die Haut rosig und frisch wirkt.
  • Danach wird der Körper von Kopf bis Fuß mit Seifenschaum umhüllt. Die Natir oder der Tellak beginnt mit der Massage. Jede Natir bzw. jeder Tellak hat seine eigene Massagetechnik.
  • Die Massage wird durch warme Wassergüsse beendet.
  • Bleibe danach noch etwas liegen und genieße die Entspannung.
  • Du kannst auch noch einen Tee trinken. Hierfür gibt es in traditionellen Hamams einen extra Raum, den "Sogukluk". Hier kannst du dich nach dem Schwitzen abkühlen und zum Ausgleich für den Flüssigkeitsverlust einen Schwarztee (Cay) oder Ayran (salziges Joghurtgetränk) trinken.

Der Ablauf des Hamams unterscheidet sich je nach Region (Türkei, Marokko, Tunesien und weiterer Länder).

Die Regeln der einzelnen Hamams können sehr unterschiedlich sein. Am besten erkundigst du dich vor dem Besuch auf der Internetseite des Hamams deiner Wahl.

Was unterscheidet einen Hamam von einem gewöhnlichen Dampfbad?

Bei einem gewöhnlichen Dampfbad sitzt du mit einem Handtuch umgeschlungen in einem geschlossenen Raum, der etwa 50 Grad warm ist und in dem sehr hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Oft bilden sich Tröpfchen in der Luft und auf der Haut. In diesen künstlichen Tropen kannst du angenehm entspannen.

Beim türkischen Dampfbad kommen zum Dampfbad auch noch zeremonielle Waschungen und Massagen dazu.

Wie oft besucht man das Hamam?

Das Hamam besuchst du am besten regelmäßig, mindestens einmal monatlich, besser noch öfter. Nur so kann es die gewünschte Wirkung optimal entfalten. Alternativ dazu sind auch kurmäßige Besuche möglich, bei denen man beispielsweise im Frühjahr oder Herbst das Hamam zwei- bis dreimal wöchentlich aufsucht. Das richtige Maß, in welchen Abständen man das Hamam besucht, muss jeder selber herausfinden. Jedoch gilt es auch hier nicht zu übertreiben. Der tägliche Besuch wäre zu viel. Traditionell wird die Badezeremonie des Hamam mindestens einmal wöchentlich sowie vor besonderen Festtagen durchgeführt.

Bekleidet oder unbekleidet ins Hamam?

Traditionell tragen Hamambesucher ein baumwollenes Hamam-Tuch (Pestemal), sogar im Wasser, falls das Hamam über ein Badebecken verfügt. Das Tuch wird um die Hüfte oder den Oberkörper geschlungen.

In vielen Hamams dürfen die Besicher selbst entscheiden, ob sie während der Badezeremonie lieber nackt oder mit einem Tuch umhüllt sein möchten. Meist wird auch das Tragen einer Bikini- oder Badehose akzeptiert. Am besten erkundigst du dich vorher, welche Regeln im jeweiligen Hamam gelten. Üblicherweise kannst du im Hamam Tücher zum Umwi­ckeln kaufen oder ausleihen.

Was ist ein Hamamtuch?

Während der Badezeremonie trägt man im Hamam traditionell ein großes, buntes Baumwolltuch (Pestemal) um Hüfte oder Oberkörper.

Wie erkennt man ein gut geführtes Hamam?

In einem Hamam sollte die Hygiene an oberster Stelle stehen. Ein gut geführtes Hamam erkennst du an der Sauberkeit. Schau dir am besten vor dem Hamambesuch die Räumlichkeiten auf der Homepage an. Der Ablauf der Zeremonie sollte komplett dargestellt sein.

Ab welchem Alter ist der Besuch eines Hamams geeignet?

In vielen Hamams gibt es eine Altersbeschränkung, die den Hamambesuch erst ab 12 Jahren erlaubt. Grundsätzlich ist das Hamam aber auch für Kinder geeignet. Kinder sind gerne im Hamam. Sie lieben die Wärme, das Wasser und die Seifenschaumberge.

Kann ich den Hamam auch bei einer Erkältung besuchen?

Bei akuten Erkältungen solltest du das Hamam nicht besuchen, denn durch Hitze würdest das Immunsystem noch mehr schwächen. Außerdem könnten andere Badegäste angesteckt werden. Viren und Bakterien finden in im warmen, feuchten Raumklima beste Bedingungen vor.

Hilft der Hamam bei Neurodermitis und gegen Pickel?

Die im Hammam übliche Schaummassage mit einem rauen Waschhandschuh sind bei Neurodermitis definitiv nicht zu empfehlen! Grundsätzlich sind Peelings nicht geeignet für Neurodermitiker. Auch bei Pickeln ist von einem Besuch des Hamams abzuraten, denn die Reinigungsprozedur mit dem Waschhandschuh wird sehr robust durchgeführt.

Hilft der Hamam bei Bronchitis und Husten?

Im Hamam bestehen ideale Heilungsbedingungen für Bronchitis und Husten, denn durch den warmen Dampf werden die Atemwege befeuchtet. Andererseits können andere Gäste im Hamam durch Bakterien und Viren angesteckt werden.

Wird man durch Hamam schneller braun oder geht die Bräune weg?

Nach einer Schaummassage im Hamam kann die Haut schneller bräunen, weil die abgestorbenen Hautschuppen abgerubbelt wurden und die Haut durch diese Behandlung durchlässiger ist. Allerdings kann man sich nach dem Peeling auch schneller einen Sonnenbrand holen, denn die gepeelte Haut ist empfindlicher. Zu Hause geht die Bräune nicht gleicht wieder weg, da es jetzt länger dauert, bis sich die Haut erneuert.

Empfiehlt sich das Hamam vor oder nach der Sauna?

Oft wird empfohlen, sich durch einen Saunagang auf den Hamam vorzubereiten. Durch das Schwitzen wird der Körper von Giftstoffen gereinigt und der Kreislauf gestärkt. Einen anderen Effekt hat der Hamambesuch nach der Sauna: Dieser wird Sportlern nach dem Training empfohlen, um Muskelkater vorzubeugen.

Quellen:

www.gesundheit.de/wellness/sanfte-medizin/kuren-und-medical-wellness/hammam
www.hammam-bern.ch/philosophie.asp