Saunasteine, Auswahl und Verwendung

Welche Saunasteine brauche ich und warum? Lesen Sie alles zum Thema Auswahl und der richtigen Verwendung.

Unumstritten sind für ein optimales Saunaerlebnis ein guter Ofen und die richtigen Saunasteine erforderlich. Die Saunasteine bilden das Herzstück eines guten Saunaklimas. Sie speichern nicht nur die Wärme und geben die Hitze frei, sondern erzeugen eine angenehme und gleichmäßige Dampfbildung. Allerdings muss bei der Verwendung von Saunasteinen auf einiges geachtet werden.

Durch Beschädigungen bzw. Verschleißerscheinungen können sogar schlimme Verletzungen hervorgerufen werden. Nachfolgend alle wichtigen Informationen und Tipps zum Thema Saunasteine, um eine sorgenfreie Anwendung zu garantieren.

Seit wann gibt es Saunasteine und welche Funktion haben diese?

In der Geschichte der Saunabäder haben Saunasteine eine sehr lange Tradition. Auch heute noch werden Steine in der Sauna benötigt. Bereits vor Jahrhunderten machten sich die Menschen die Erfahrung zunutze, dass aufgeheizte Steine die Wärme ideal speichern und ganz langsam abgeben. Früher wurden damit komplette Wellnessoasen beheizt. Dafür wurden die Steine durch Feuer vorgeheizt und diese gaben die Hitze in der erforderlichen Höhe für eine bestimmte Zeit ab. Wer die Schwitzstube den ganzen Tag über nutzen wollte, musste zwischendurch wieder nachheizen. Zu dieser Zeit war die Steinmasse beträchtlich die zum Einheizen benötigt wurde.

Heute werden aufgrund der technischen Neuerungen nur noch wenige Steine gebraucht. Die Funktion der Saunasteine beruht in der heutigen Zeit grundlegend darauf, Temperaturschwankungen zu reduzieren und nach dem Aufguss stoßartig Wasser zu verdampfen. Saunasteine können sowohl in einer Holzofensauna als auch in einem elektrischen Saunaofen verwendet werden.

Aus welchen Materialien sollten Saunasteine bestehen?

Typischerweise bestehen Saunasteine aus Diorit, Granit, Peridotit oder Gabbro. Bei allen genannten Gesteinsarten handelt es sich um magmatische Tiefengesteine mit kleiner bis mittelgroßer Körnung. Was diese Materialien verbindet, ist die hohe Hitzebeständigkeit und dass thermische Schocks gut ausgehalten werden. Zudem weisen sie keine ungeeigneten Mineralbestanteile auf. Sollte es einmal zum Absplittern der Steine kommen, so fallen diese Splitter in der Regel sehr klein aus. Außerdem gibt es aber auch noch andere Tiefengesteine wie beispielsweise Porphyr oder Plutonit bzw. Vulkangesteine die für Saunaöfen geeignet sind.

Zum größten Teil werden Granitsteine bevorzugt und daher ist auch das Angebot solcher Steine riesig. Handelt es sich beispielsweise um einen Granit aus einem mineralreichen Steinbruch, so war der Granit hohem Druck ausgesetzt und ist daher besonders widerstandsfähig. Ein Beispiel für so einen Granit ist der Olivindiabas, der darüber hinaus auch eine hohe Warmhaltekapazität aufweist.

Allerdings sind solche Natursteine nicht immer vorrätig und können d.h. nicht schnell geliefert werden. Aus diesem Grund werden von Herstellern mittlerweile synthetische Saunasteine hergestellt. Diese sind in den meisten Fällen natürlichen Ursprungs, wobei sie beispielsweise eine speziell gehärtete Oberfläche aufweisen. Am Markt sind aber auch keramische bzw. vollsynthetische Steine erhältlich. Der Vorteil bei diesen Saunasteinen ist die weitaus höhere Nutzungsdauer, wobei ein traditioneller Aufguss nur mit natürlichen Saunasteinen gelingt.

Für Saunaöfen ungeeignet sind sogenannte Sand- und Rhyolithsteine. Sandsteine können durch den ausweichenden Sand auf Dauer den Saunaofen beschädigen. Rhyolithsteine können sich bei einem extremen Temperaturschock, der bekanntlich bei jedem Aufguss stattfindet, spalten und dadurch scharfe Kanten erhalten.

Wie müssen die Saunasteine angeordnet werden?

Für ein angenehmes Saunaklima und zur Schonung der Heizelemente ist es nicht ausreichend die Steine einfach wahllos in den Ofen zu schütten. Wichtig ist es die Saunasteine vor dem Anheizen sorgfältig und lose zwischen die einzelnen Heizelemente zu schichten, damit eine ideale Luftzirkulation im Ofen sichergestellt ist.

Beim Schichten ist es wichtig, zuerst die neuen Steine der Größe nach zu sortieren. Zwar weisen handelsübliche Saunasteine keine große Varianz hinsichtlich der Größe auf, dennoch ist das Vorsortieren empfehlenswert. Danach gilt als Faustregel die kleinen Steine nach unten und die größeren nach oben zu legen. Wichtig ist dabei die Heizelemente nicht zu stark zu verdecken, damit die freie Luftzirkulation sichergestellt ist.

Müssen Saunasteine ausgewechselt bzw. wann müssen neue Steine gekauft werden?

Viele Saunabesitzer wissen gar nicht, dass Saunasteine durch die zahlreichen Aufgüsse einem hohen Verschleiß ausgesetzt sind. Aufgrund des Aufheizens auf mehrere Hundert Grad und der schockartigen Abkühlung durch den Aufguss unterliegt das Gestein einem ständigen Arbeitsprozess. Dadurch kommt es im Laufe der Zeit zu kleineren Absplitterungen die zwischen die anderen Steine fallen und dadurch wird eine Luftzirkulation im Saunaofen verhindert. Das führt nicht nur zu einer längeren Aufwärmphase des Ofens, sondern hat auch einen unmittelbaren Einfluss auf die Aufgussqualität. Zudem fördert eine unzureichende Luftzirkulation im Ofen ein Ausglühen der Heizstäbe und dadurch setzen sich Kalk sowie Zusätze aus Aufgusskonzentraten auf den Steinen ab und bildet sozusagen eine Isolationsschicht. Darüber hinaus wird dadurch die Optik der Steine getrübt.

Daher ist es wesentlich die Saunasteine regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf gegen neue auszutauschen. In hoch frequentieren Saunabetrieben müssen Saunasteine deshalb alle drei bis vier Monate komplett ausgetauscht werden, damit eine gleichmäßige Dampfbildung garantiert ist. Generell ist der Zeitpunkt, wann Verschleißerscheinungen eintreten, abhängig von der mineralischen Zusammensetzung sowie der Qualität der Steine. Bei der heimischen Sauna, die nicht täglich in Gebrauch ist, halten die Steine im Durchschnitt zwischen zwei und drei Jahre. Empfehlenswert ist ein gelegentliches Umschichten der Saunasteine, damit alle gleichmäßig belastet werden. Wenn sich die Steine jedoch zersetzen, das Aufwärmen des Ofens viel länger dauert und die Luftzirkulation schlecht ist, sollten die Steine unbedingt ausgetauscht werden.

Müssen Saunasteine vor dem ersten Gebrauch gewaschen werden?

Vor dem Stapeln der Steine auf die Heizelemente ist es wichtig, die Saunasteine zu waschen. Am besten ist hierfür eine Bürste und reines Wasser geeignet. Die Steine solange reinigen, bis kein Staub oder andere Verunreinigungen mehr vorhanden sind. Wichtig ist dabei keine Reinigungszusätze zu verwenden. Vor dem Einfüllen sollten alle Steine noch einmal auf Fremdkörper überprüft und etwaige Verpackungsreste entfernt werden.

Müssen Saunasteine gereinigt bzw. entkalkt werden?

Nach einiger Zeit bilden sich auf den Saunasteinen unweigerlich Ablagerungen. Viele versuchen mit Hilfe von Bürsten bzw. Chemikalien (Kalklöser) die Steine zu reinigen. Dieser Vorgang ist allerdings nur bedingt empfehlenswert da mit der Hilfe von Drahtbüsten zwar äußere Verkrustungen gelöst werden können, die Poren der Steine aber weiterhin verschlossen bleiben. Dringend abzuraten ist ein Reinigungsbad mit Chemikalien, denn diese können nicht wieder rückstandslos abgewaschen werden. Dadurch gelangen Rückstände der Reinigungsmittel in den Saunadampf und somit auch direkt in die Lunge.

Welche Größe bzw. Menge soll für Saunasteine gewählt werden?

Generell ist es schwer aus der Ferne die ideale Steingröße bzw. Menge zu bestimmen. Als Faustregel gilt: Ist die Heizleistung bei weniger als 10 Kilowatt, so sind Saunasteine mit der Größe zwischen fünf und 10 Zentimeter ausreichend. Je höher die Heizleistung, desto größer sollten auch die Steine sein. Bezüglich der Form haben flache Saunasteine den Vorteil einen angenehmeren Dampf zu erzeugen als eckige.

Die Menge der Steine ist hauptsächlich von der Ofenbauart abhängig. Es gibt Modelle, bei denen nur ein paar Steine auf dem Heizelement liegen und es gibt Saunaöfen, die komplett mit Steinen gefüllt werden. In den meisten Fällen ist die benötigte Steinmenge auf der Ofenanleitung oder dem Typenschild hinterlegt. Generell benötigen Saunaöfen mit einer Heizleistung von sechs bis sieben kW rund 20 kg Steine und Öfen mit einer Leistung von neun kW 40 kg.

Können normale selbst gesammelte Steine in einem Saunaofen verwendet werden?

Da Saunasteine großen Temperaturschwankungen, durch das Aufgießen mit Eis bzw. Wasser mit Eis, ausgesetzt sind, besteht bei normalen Steinen eine große Gefahr, dass diese platzen oder reißen. Für die Sauna eignen sich daher nur Steine, die den schnellen und großen Temperaturunterschied bewältigen können. Zudem sollten die Steine auch eine große Oberfläche aufweisen, damit das Wasser nach dem Aufgießen großflächig verdampfen kann. Am besten haben sich dafür in der Praxis Lavasteine aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung bewährt. Bitte niemals selbst gesuchte Steine in der Sauna verwenden, um Brandverletzungen vorzubeugen.

Können Saunasteine platzen?

Saunasteine unterliegen in der Regel einer enormen Beanspruchung und können daher verschließen. Aufgrund der großen Temperaturschwankungen durch den Aufguss können Gesteine absplittern und die optimale Luftzirkulation stören. Um ein Platzen der Steine zu verhindern, ist es wichtig diese regelmäßig zu kontrollieren und auf keinen Fall normale Steine zu verwenden, da diese Gaseinschlüsse enthalten können, die im schlimmsten Fall explodieren könnten. Handelsübliche Saunasteine unterliegen dagegen strengsten Überprüfungen. Die Saunasteine werden hierbei zunächst auf bis zu 1.300 °C erhitzt und schlagartig mit kaltem Wasser abgekühlt. Nur die Steine, die diesen Test überstehen werden nach einer weiteren optischen Kontrolle für den Handel verwendet. Aufgrund der zahlreichen Prüfkriterien besteht im Regelfall keine Gefahr, dass Saunasteine platzen, wichtig ist nur diese regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf auszutauschen.

Welche Temperatur vertragen Saunasteine?

In der Sauna können die Temperaturen der Steine auf bis zu 500 °C steigen. Generell ist bei der Auswahl darauf zu achten, dass die favorisierten Steine mindestens 800 °C aushalten, damit diese so lange wie möglich verwendet werden können. Natursteine können beim täglichen Betrieb solche Konditionen einige Monate gut überstehen.

Was passiert eigentlich mit den Steinen bei einem Aufguss?

Kurz gesagt verrichten die Saunasteine bei jedem Aufguss Hochleistung. Sie werden bei jedem Betrieb zunächst extrem erhitzt und dann mit dem Aufgusswasser schlagartig abgekühlt. Dadurch kann der Temperaturschock 100 °C und noch mehr betragen vor allem, wenn der Aufguss mit Eis oder Eiswasser erfolgt. Bei diesem Prozess ziehen sich die Mineralien auf der Steinoberfläche zusammen, während die Wärme im Steininneren erhalten bleibt. Aufgrund des brutalen Wechsels zwischen Abkühlen und Aufheizen sowie der sich permanent ändernden Luftfeuchtigkeit wird die Struktur der Steine angegriffen. Dadurch bekommen sie Risse, werden porös und können in weiter Folge einfach zerbröseln.

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