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Textilsauna

Keine Saunavariante, wie vielfach vermutet, sondern eine Bekleidungsvorschrift für die Saunakabine

Textilsauna, ein ganz neuer Trend? Nein, nur die Bezeichnung für eine Bekleidungsvorschrift in der Sauna. Wir klären das Mißverständnis um die Textilsauna.

Saunieren wirkt entspannend und stärkt unser Immunsystem. Vor allem in der kälteren Jahreszeit hilft sie uns vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten. So ist es nicht verwunderlich, dass das Schwitzen in der Sauna immer beliebter wird und auch im Urlaub oder in der Therme verstärkt die vorhandene Sauna besucht wird.

Manchmal liest man jedoch in öffentlichen Badeeinrichtungen oder Hotels die Bezeichnung Textilsauna: Wer nun hinter dem Begriff eine Spezialsauna aus Stoff vermutet, liegt falsch. Es geht lediglich um die Bekleidungsvorschrift für die Sauna. Genauer gesagt, es ist erwünscht, dass die Sauna in Badekleidung besucht wird.

Was ist eine Textilsauna?

Eine Textilsauna ist meist ein Dampfbad, in das sie mit Badekleidung gehen müssen. Aber auch finnische Saunen werden des Öfteren in diesem Modus betrieben. Ein nacktes Saunieren ist in dieser Sauna untersagt.

Für heimische Saunageher mag das im ersten Moment befremdlich wirken, aber in anderen Ländern hat diese Art zu saunieren bereits eine lange Tradition.

Jedoch wird diese Art der Sauna hierzulande eher als Ergänzung denn als Ersatz zur herkömmlichen Sauna angeboten. Wer sich also nicht überwinden kann, mit Badehose oder Badeanzug zu saunieren, hat meist auch noch die gewohnte finnische Sauna.

In welchen Ländern gibt es die Textilsauna?

In Asien und den USA ist die Textilsauna die Regel. Aber auch in Ländern wie Frankreich oder Spanien und Italien ist das nackte Schwitzen in der Sauna nicht erwünscht. Hierzulande in Österreich und Deutschland ist die Textilsauna eher noch die Ausnahme. Dennoch wird dieser Trend auch bei uns immer häufiger.

Was ist zu beachten?

Wie oben angeführt geht man in der Regel mit Badehose bzw. Badeanzug in die Textilsauna, was aber nicht heißt, dass man nach dem Schwimmen mit derselben Bekleidung in die Sauna sollte. Die Badesachen müssen unbedingt trocken sein, bevor sie die Sauna betreten. Beim Trocknen würde sich heißer Dampf bilden, der noch dazu mit Chlor getränkt ist.

Es bietet sich daher an, eine zweite Garnitur Badesachen mitzunehmen, welche dann für den Saunagang verwendet werden kann.

Die Badekleidung sollte eine hohe Qualität haben und aus natürlichen Materialien bestehen. Synthetisches Material dünstet bei hohen Temperaturen manchmal Schadstoffe aus. Es ist auch empfehlenswert die Badekleidung vor Nutzung zu waschen.

Wer sich an einschneidenden Gummibändern der Badesachen stört, oder sich gar nicht mit dem Gedanken anfreunden kann, in Badesachen zu saunieren, kann auch einen Saunakilt verwenden.

Zu beachten ist auch, dass dennoch ein genügend großes Saunatuch oder Badetuch untergelegt wird. Die Badekleidung ist kein Freibrief dafür, dass sie sich direkt auf die Saunabank setzen dürfen.

Ist die Textilsauna gesund?

Früher dachten man, dass saunieren mit Badekleidung nicht gesundheitsfördernd ist. Man befürchtete eine Überhitzung des Körpers und ein Überlasten des Kreislaufs. Mittlerweile denkt man hier aber anders.

Die Temperatur in einer Textilsauna ist nicht so hoch, wie in der klassischen finnischen Sauna, daher wird der Kreislauf geschont. Wichtig ist aber, dass die Badekleidung trocken und nicht zu eng ist. Auch sollte die Kleidung hohe Qualität haben und vorgewaschen sein, damit sich keine schädlichen Stoffe freisetzen könne, wie wir weiter oben bereits erklärt haben. Das Schwitzen in einer Textilsauna ist daher unbedenklich aus gesundheitlicher Sicht. Wer die klassische Sauna verträgt, kann auch unbesorgt in die Textilsauna gehen.

Wie steht es um die Hygiene?

Auch die Hygiene in der Textilsauna stellt kein Problem dar, wie man mittlerweile weiß. Anfangs vermutete man ein Problem bei dem Tragen von Badekleider in der Sauna mit Bakterien. Test zeigten, dass sich auch in Badekleidung nicht mehr Bakterien bilden, wie nackt. Eine gründliche Reinigung des Körper und der Kleidung vor und nach der Sauna setzen wir aber voraus.

Auch Hautreizungen werden nicht unbedingt durch die Textilsauna verursacht. Wichtig ist ein lockerer Sitz der Kleidung. Wer das Gefühl hat, die Kleidung oder der Gummi in der Kleidung reibt, sollte eine Größe höher versuchen, oder auf einen Saunakilt umsteigen.

Solange die Sauna mit trockener Badekleidung betreten wird, ist auch die Gefahr von starker Wasserdampfbildung in der Badekleidung nicht vorhanden.

Reinigung nach der Sauna

Auch das Duschen nach der Sauna darf nicht entfallen. Duschen sie ausgiebig mit der Badekleidung, dabei wird auch die Kleidung gleich etwas ausgespült und wenn erlaubt duschen sie im Anschluss ohne die Badekleidung erneut, um den Körper gründlich zu reinigen.

Auf keinen Fall gehen sie mit der schweißgetränkten Kleidung ins Tauchbecken oder wieder ins Schwimmbad!

Denken sie auch daran, dass sie in der Sauna schwitzen. Auch wenn der Schweiß von der Badekleidung aufgefangen wird, er ist vorhanden. Das Waschen der Badekleidung nach der Sauna ist daher empfohlen.

Alternative für jene, die nicht nackt saunieren möchten

Da sich viele nicht wohl fühlen, wenn sie nackt unter fremden Menschen sind, bietet diese Saunavariante doch eine gute Alternative. Nicht wenige schämen sich wegen ihres Körpers, ihres Gewichts, Narben oder anderer vermeintlicher Schönheitsfehler und vermeiden es die Sauna hüllenlos zu besuchen. Nicht immer reicht das Bedecken der Blöße mit einem Handtuch oder einem Saunakilt aus. Besonders für Jugendliche ist es ein Tabu sich nackt anderen Menschen zu zeigen. Auch viele Frauen scheuen die Blicke von Männern in der Sauna auf den unbedeckten Körper. Für all jene bietet die Textilsauna dennoch eine Möglichkeit des gesunden Schwitzens.

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Zuletzt überarbeitet:  7. Mai 2021