Keine Winterdepression

Winterdepression vermeiden: Mit einigen einfachen Verhaltensweisen können Sie eine Winterdepression vermeiden und müssen diese daher gar nicht behandeln

Steht der Winter vor der Tür träumen nur die wenigsten Menschen von Schnee, Sonnenschein und gemütlichen Abenden auf dem heimischen Sofa. Im Gegenteil, den meisten Bewohnern in den nordeuropäischen Ländern graut es vor der früh einsetzenden Dunkelheit und den nasskalten Tagen.
Neben denen, die den Winter nicht mögen, gibt es aber auch zahlreiche Menschen, für die der Winter ein wahrer Alptraum ist. Der Grund hierfür ist die alljährlich wiederkehrende Winterdepression. Mediziner schätzen, dass rund 25% der Deutschen unter Winterdepressionen leiden. Die Dunkelziffer liegt vermutlich wesentlich höher, da viele Betroffene der Ursache ihres Stimmungstiefs nicht auf den Grund gehen und am liebsten überhaupt nicht darüber reden.

Was sind Winterdepressionen?

Das in den kalten Herbst- und Wintermonaten auftretende Stimmungstief wird im Volksmund als Winterdepression bezeichnet. Mediziner sprechen bei der Winterdepression von SAD (Seasonal affective Disorder), was auf deutsch „Saisonal abhängige Depression“ bedeutet. Wie bereits der Name der Erkrankung vermuten lässt, tritt die Winterdepression in der kühlen Jahreszeit auf. Allerdings ist das Stimmungstief nicht auf die niedrigen Temperaturen zurückzuführen, sondern auf das mangelnde Tageslicht. Die verkürzten Tage im Winter führen dazu, dass die meisten Berufstätigen bei Dunkelheit aus dem Hause gehen und abends im Dunkeln zurück kommen.
Über die genauen Zusammenhänge zwischen den entstehenden Symptomen und dem Lichtmangel sind sich Mediziner bis heute nicht recht im Klaren. Allerdings ist sicher, dass das mangelnde Licht für die SAD verantwortlich ist.
Auch die Anzahl der Stunden, in denen es dunkel ist, spielen nachweislich eine große Rolle. Im südeuropäischen Raum, wie beispielsweise Spanien oder Griechenland, treten Winterdepressionen nur in ganz seltenen Fällen auf. Im skandinavischen Raum wiederum leiden weitaus mehr Menschen unter SAD als in Deutschland. Auffällig ist in den nördlichen Ländern, dass es dort im Winter wesentlich später hell wird und noch früher dunkel wird. Außerdem leiden prozentual gesehen, wesentlich mehr Frauen unter den Symptomen der Winterdepression als Männer. Mediziner vermuten, dass der sensible Hormonhaushalt der Frauen empfindlich auf den Tageslichtmangel reagiert.

Wie äußern sich Winterdepressionen?

Die Symptome der Winterdepression unterscheiden sich grundlegend von denen der „echten“ Depression. Menschen, die unter Depressionen leiden, berichten über eine extreme Appetitlosigkeit und klagen darüber, dass sie nachts nicht schlafen können.
Betroffene der Winterdepression wiederum berichten über ein erhöhtes Schlafbedürfnis sowie hartnäckig bestehende Heißhungerattacken.
Einige Anzeichen der beiden Leiden gleichen sich jedoch, wie beispielsweise die Antriebslosigkeit, an der sowohl Depressive als auch Betroffene der Winterdepression leiden. Diese geradezu lähmende Antriebslosigkeit kann soweit führen, dass selbst das Zähneputzen große Überwindung kostet.
Jetzt fragt man sich natürlich, was das fehlende Licht mir dem Heißhunger und dem Stimmungstief der Betroffenen zu tun hat. Die Antwort ist recht simpel. Bei Dunkelheit schüttet das Gehirn vermehrt Melatonin aus, ein Hormon, das schlaffördernd wirkt. Bei normalen Lichtverhältnissen wird das Melatonin wieder abgebaut.
Menschen, denen im Winter das Licht fehlt, haben einen dauerhaft hohen Melatonin-Spiegel, weshalb ihre Stimmung immer weiter in den Keller sinkt. Hinzu kommt, dass die nur sehr geringe Sonneneinstrahlung eine verminderte Produktion des stimmungsaufhellenden Botenstoffs Serotonin bewirkt. Diese zwei Faktoren sind also für die Antriebslosigkeit und die schlechte Stimmung verantwortlich.
Auch die Tatsache, dass Menschen, die unter Winterdepressionen leiden, einen vermehrten Appetit auf Kohlenhydrate haben, hat eine ganz einfache Erklärung.
Der Botenstoff Serotonin ist in verschiedenen Lebensmitteln vorhanden. Hierzu gehören beispielsweise Schokolade, Bananen und Nüsse. Leider verfügen besonders Nüsse und Schokolade auch über einen hohen Fett- und Kaloriengehalt. Wen wundert es da, dass sich die meisten Menschen in der kalten Jahreszeit ein paar Pfund Winterspeck anfuttern?
Da Winterdepressive einen besonders großen Appetit auf kohlenhydratreiche Kost haben, ist es keine Seltenheit, dass die Betroffenen nach dem Winter gleich mehrere Kilo Übergewicht mit sich herum tragen.